Bildfehler in der Astrofotografie, CA, Bildfeldrotation und Co Teil 2

Weiter geht es mit dem zweiten Teil.

M42, ein Nebel im Orion. Bereits im Fernglas zu sehen, sehr Hell und viele Strukturen.
Der Nebel ist auf diesem Bild ganz gut gelungen auch die verschiedenen Farben kommen gut heraus. Was überhaupt nicht geht sind die Sterne. „CA vom feinsten“. „Bildfehler in der Astrofotografie, CA, Bildfeldrotation und Co Teil 2“ weiterlesen

Maximale Belichtungszeiten für die Astrofotografie ohne Nachführung

Es handelt sich hierbei um Werte die durch testen entstanden sind, exakt sind sie also nicht. Aber als grober Wert können sie schon dienen :

Brennweite am 1,6x crop max. Belichtungszeit
18 mm
42 s
24 mm
38 s
35 mm
25 s
50 mm
12 s
100 mm
6 s
200 mm
2 s

alles über diesen Werten führt zu mehr oder weniger stark ausgeprägten Strichspuren statt punktförmigen Sternen.

 

Bildfehler in der Astrofotografie, CA, Bildfeldrotation und Co Teil 1

Da einige Bildfehler in der Astrofotografie stärker hervortreten als bei der terrestrischen wollte ich eine Auswahl mal vorstellen.

Alle Bilder sind mit der Canon EOS 30D entstanden an einem ganz normalen preisgünstigen Telezoom bzw dem Kitobjektiv. Und ja, sie sind schon etwas älter. „Bildfehler in der Astrofotografie, CA, Bildfeldrotation und Co Teil 1“ weiterlesen

Objektivwahl für die Astrofotografie

Nach dem Artikel über den Sinn und Unsinn vom Abblenden bei der Astrofotografie geht es nun weiter mit der Objektivwahl.

Hier ist es eigentlich wie bei der normalen Fotografie:

18-25mm : Milchstraße, große Himmelsausschnitte

25-50mm: kleine Himmelsausschnitte, Sternbilder

50-125mm: kleine Sternbilder, offene Sternhaufen, flächige Nebel (Nordamerikanebel, Orion), flächige Galaxien (M31 inkl umgebung) „Objektivwahl für die Astrofotografie“ weiterlesen

Komet Garradd bei M 15

Komet C/2009 P1 Garradd ist aktuell zum 8.8 im Sternbild Delfin zu finden. Die Helligkeit beträgt 8m-9m und ist demnach Fernglastauglich.
Die erste Erdnähe erreicht er am 23. August, zum März 2012 kommt er der Erde nocheinmal ein Stück näher.

In der Nacht vom 26. zum 27. August ist der Komet mit M71 im Füchschen zu entdecken.

Quelle: interstellarum
Zu Interstellarum

Objektive abblenden für Astrofotografie

Erst einmal : Was ist die Blende ?

Die Blende dient dazu das Öffnungsverhältnis zu regulieren. Je kleiner die Zahl desto offener ist die Blende (offenblende = maximale Öffnung des Objektivs), je grösser die Zahl desto kleiner wird die Öffnung.

Grössere Blendenzahl (kleinere Öffnung) bedeutet schärferes Bild, längere Belichtungszeit und stärker werdenden wegfall von Objektivfehlern.

Es gibt so gut wie keine Objektive die bei Offenblende die besten Ergebnisse liefern, meist muss um 1-2 Stufen abgeblendet werden. Zumindest bei der Astrofotografie. „Objektive abblenden für Astrofotografie“ weiterlesen

Belichtungszeit in der Astrofotografie – Chemisch

Erst einmal sei gesagt das sich die Astrofotografie sehr von der „normalen“ Fotografie unterscheidet. Was jedem sofort ins Auge springen sollte sind die Belichtungszeiten die teilweise bis zu einer Stunde reichen können. Aber das ist nur einer der Unterschiede !

Welche Kamera eignet sich ? „Belichtungszeit in der Astrofotografie – Chemisch“ weiterlesen

Auswahl einer Kamera für Astrofotografie

Da ich letzlich mal wieder die Gelegenheit hatte (seit langem) mein Teleskop Sternenluft schnuppern zu lassen ist auch der Gedanke der Kamera für Astrofotografie wieder da !
Bisher habe ich chemisch, mit umgebauten Webcams, und mit einer geliehenen Canon 30D fotografiert und damit schon einige Techniken kennengelernt.

Fehlen tut hier nur noch die klassische „Videoastronomie“ mit Watec/Mintron oder dessen Nachfolgern sowie eine „richtige“ astro-ccd.

Webcam
Mein letzter Stand war hier die Phillips ToUCam Pro mit CCD Sensor.. Da gibt es mittlerweile nachfolgemodelle. ~100€, Notebook muss mit nach draussen.

Chemisch
Jede der guten alten Spiegelreflexkameras funktioniert hier ! Dem Teleskop auf den Rücken geschnallt mit Teleobjektiv, oder direkt am Teleskop. Hier allerdings dann wegen der doch langen Belichtungszeiten mit Leitrohr. Für deutlich unter 100€ mit Objektiv ist so ein Schätzchen zu haben. Hier entstehen durch die benötigten Filme und Entwicklung noch zusätzliche laufende kosten. Die Wahl des Films ist entscheidend für die Ergebnisse, nicht jeder eignet sich. Selbstverständlich richtet sich die Belichtungszeit auch hier nach der Empfindlichkeit. Leider haben die empfindlichen Filme meist ein gröberes Korn, aber auch hier gibt es ausnahmen. Leider haben die verschiedenen Filme zusätzlich auch noch in einigen Spektralbereichen schlechte Empfindlichkeit, hier entscheidet der Film ob die Aufnahme überhaupt gelingen können.
Geeignete Modelle sind z.b.

  • Fuji Superia 200 (schlechte Rotempfindlickeit)
  • Kodak Supra 200
  • Kodak E 200
  • Fuji Provia F

Auch andere Filme sind noch geeignet, müssen aber teilweise hypersensibilisiert werden und das Equipment muss man erst einmal haben. Wer so etwas sein eigen nennt hat auch gleich ein kleines Fotolabor. Genau das umgeht eins der grössten Probleme die die analoge Fotografie seit der massiven Verbreitung der Digitalkameras hat:
Viele Foto Dienstebekommen es einfach nicht hin Astrofotos vernünftig zu digitalisieren oder zu drucken ! Ich habe mir mit einem Scanner mit Durchlichteinheit geholfen, die Ergebnisse waren durchweg besser als was der Fotodienst fabriziert hat. Die sind für so etwas eben einfach nicht ausgelegt, für die sind die Bilder schwarz(bzw dunkelblau).

Digi-Spiegelreflex
Die Modelle von Canon und Nikon sind oft im Einsatz, aber es geht mit jeder die, wie eigentlich bei Spiegelreflexkameras üblich, die Belichtungseinstellung B hat und den anschluss für einen Fernauslöser.Natürlich gibt es hier je nach Modell und Sensor unterschiedlich geeignete Geräte. Canon 300D, 30D, 10D etc sind aber auf jeden Fall verwendbar. ~200€ gebraucht(300D), aktuelle Modelle ab 500€.

Modulkamera
Eine der günstigsten Lösungen ist eine Modulkameraplatine, erfordert Bastelarbeit und einen zusätzlichen Framegrabber, also mehr Kabel. Dafür mit die günstigste Möglichkeit. Natürlich mit allen Nachteilen der niedrigen Auflösung und digitalisierung über Zwischengerät. Aber auch hier gibt es bereits sehr gute Bilder.
Bezug z.b. über Lechner inkl. Videograbber ~ 100€

Firewire/USB Industrie-Kamera
(The Imageing Source DMK Serie) z.B. DMK 21AU04 ab ~ 330€

Gibt es in einigen Variationen. Anschluss als Firewire/USB oder Gigabit Ethernet, Sensoren von 640×480 bis 1600×1200 Bildpunkte als s/w oder Farbe.
Derzeit ist das meine favorisierte Lösung. Preislich im mittelfeld, aber schon im Gehäuse mit guten Anschlussmöglichkeiten.

Astro-CCD
hier ist die Auswahl groß, je nach Budget. Preislich ab 500€ angesiedelt und nach oben mehr oder weniger offen. Deswegen fallen die Kameras aus meiner Auswahl komplett heraus.

Bei allen USB/Firewire Geräten muss man einen PC mit rausnehmen, Stromversorgung ist hier also das nächste Thema, bei Analogvideo kann man theoretisch noch über einen Camcorder aufzeichnen.

Entscheiden muss jeder für sein Budget. Wenn man die Kamera auch sonst noch zum fotografieren nutzen möchte, bleibt nur die Spiegelreflex.
Sucht man einen Spezialisten für Planeten, dann ist die Webcam bzw. die Firewire Kamera wegen der hohen Bildraten sehr gut. Mintron/Watec oder Modulkameras funktionieren hier genauso.
Bei Deepsky fällt die Webcam ohne Chipumbau erst einmal heraus. Mintron/Watec & Modulkameras haben den Nachteil des Framegrabbers, dafür eine sehr hohe Empfindlichkeit.
Die DMK Serie ist hier ein Zwischending, der Chip ist derselbe der auch in einer Umgebauten Webcam verwendet wird, zumindest bei der kleinsten Version. Die mit den grösseren Chips und höherer Auflösung haben eine geringere Empfindlichkeit.

Derzeit suche ich Vergleichsbilder möglichst des gleichen Deepsky objektes mit verschiedenen DMK Kameras. Auch die Farbvarianten interessieren mich hierbei.