Objektive abblenden für Astrofotografie

Erst einmal : Was ist die Blende ?

Die Blende dient dazu das Öffnungsverhältnis zu regulieren. Je kleiner die Zahl desto offener ist die Blende (offenblende = maximale Öffnung des Objektivs), je grösser die Zahl desto kleiner wird die Öffnung.

Grössere Blendenzahl (kleinere Öffnung) bedeutet schärferes Bild, längere Belichtungszeit und stärker werdenden wegfall von Objektivfehlern.

Es gibt so gut wie keine Objektive die bei Offenblende die besten Ergebnisse liefern, meist muss um 1-2 Stufen abgeblendet werden. Zumindest bei der Astrofotografie.

Da es hier hauptsächlich darum geht maximal viel Licht einzufangen können auch Bildfehler ganz am rand einmal ignoriert werden da sie in vielen Fällen nicht mehr auffallen wenn man einen kleinen Teil des Bildes im anschluss wegschneidet.

Etwas das bei der „normalen“ Fotografie kaum auffällt ist die Vignettierung, auch Randabschattung genannt. Bei Langzeitbelichtungen wie bei deep-sky fällt das aber sofort auf da der Himmelshintergrund zum Rand Details verliert und dunkler ist.
Einige Objektive sind schon beim Abblenden um nur eine Stufe problemfrei, andere muss man soweit abblenden das es sich aufgrund der resultierenden Belichtungszeiten nicht mehr lohnen würde.

Hier lohnt es sich natürlich wenn man ein Lichtstarkes Objektiv verwendet, selbst wenn man es noch um eine Stufe abblenden muss da man darum bei kaum einem herum kommt.

Die Belichtungszeit dankt es einem !

Aber was stellt man nun ein ?

Hier hilft leider nur probieren. Abblenden um eine Blende kann man generell machen um Abbildungsfehler am Objektivrand zu minimieren. Da in vielen Fällen die Streulichtblenden im Objektiv recht knapp bemessen sind kann man damit auch das Problem der Randabschattung gleich mit beheben.

Hat man Pech und ein schlechtes Objektiv muss man weiter abblenden.. oder ein anderes Objektiv verwenden. Ab einem bestimmten Punkt lohnt es sich nicht mehr das Objektiv für Astroaufnahmen zu nutzen da die Belichtungszeit in „astronomische“ höhen geht.

Einen Teil der Belichtungszeit kann man noch mit höheren ISO Ausgleichen, aber hier setzt das Kamerarauschen auch recht schnell ein ende. Lieber mit 200 Iso länger belichten als mit 1600 kurz (voraussgesetzt die Montierung läuft vernünftig).

Läuft die Montierung nicht genau genug und guiding ist nicht möglich muss man eben doch mit hohen ISO Werten arbeiten um überhaupt Bildmaterial zu bekommen. Durch die anschliessende Medianbildung oder Mittelung rechnet sich das Rauschen heraus. Trotzdem erziehlt man mit geringeren ISO Zahlen im Endeffekt das bessere Ergebnis.

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